Frauenstimmen 2012, 4. Konzert:

Wer war „Mrs. Philarmonica“?
22/06/12 Viertes Konzert in der ambitionierten Reihe „Frauenstimmen“ der Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft Salzburg: Desmal ist Cembalo-Kammermusik das Thema.

Die Cembalistin und Komponistin Elizabeth-Claude Jacquet de la Guerre (1665–1729) hatte eine Anstellung am Hofe Ludwigs XIV. Sie erntete Lob und Anerkennung durch die öffentliche Aufführung ihrer tragédie lyrique „Cephale è Procris“ – zum ersten Mal war die Oper einer Frau an der Académie Royale de Musique zu hören gewesen. Marianne Martines (1744–1812), die Ziehtochter Pietro Metastasios, hatte Unterricht bei Nicola Porpora und Joseph Haydn. Auch Mozart besuchte gelegentlich ihren Salon.
Margarethe Danzi (1768–1800), die Frau des Komponisten Franz Danzi, hatte in den 1780er Jahren Unterricht bei Leopold Mozart, sie war bekannt für ihre Auftritte als Sängerin in Mozart-Opern. Die Triosonaten einer unbekannten englischen Komponistin, die dieses Konzert beschließen, wurden unter dem Pseudonym „Mrs. Philarmonica“ 1715 bei Richard Meares in London herausgegeben.
„Misses Philharmonica“ nennt sich auch die Originalklang-Gruppe, die am Sonntag dieses Programm im Domchorsaal hören lässt: Louise Songer (Cembalo), Carolin Schwenzer und Romana Kemlein-Laber (Barockviolinen), Daniela Bauer (Barockcello).
(Nannerl Mozart Gesellschaft)
Konzert am Sonntag (24.6.), 19.30 Uhr, Domchorsaal (Kardinal-Schwarzenberg-Haus, Kapitelplatz 3)

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Frauenstimmen 2012, drittes Konzert

ORCHESTERHAUS / „FRAUENSTIMMEN“
30/05/12 In der verdienstvollen Serie „Frauenstimmen 12“, welche die „Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft Salzburg“ veranstaltet, gab es ein Treffen der Künste im Orchesterhaus.

Wider die Gefühlskälte
Es war nicht nur ein „Liederabend mit Lesung“, sondern auch eine kleine Vernissage, denn Ines Höllwarth präsentierte im Yamaha-Saal einige ihrer Tuschemalereien, die ab 15. Juni in der Galerie Zwergerlgarten zu sehen sein werden. „Hommage an Alfred Kubin“ heißt dieser suggestiv wirkende Zyklus. Dies passte natürlich sehr gut zu Brita Steinwendtners ebenso poetischer wie pointierter Lesung aus ihrem Buch „Du Engel – du Teufel. Emmy Haesele und Alfred Kubin – eine Liebesgeschichte“.
Die Affäre zwischen dem verheirateten, aber viele Beziehungen zu anderen Frauen pflegenden, prominenten Zeichner und Schriftsteller und der jüngeren „Arztensgattin“ aus Unken, die unter dem Einfluss Kubins zur erfolgreichen Grafikerin und Malerin wurde, zählt zu den vielen in Briefen dokumentierten Künstler-Liaisonen des 20. Jahrhundert. Zwischen 1933 und 1936 brannte die Liebe heiß, bis Kubin radikal Schluss machte, was Emmy nie verwinden konnte. Ob Kubin seine Liebschaften wirklich brauchte, um neue Schaffenskraft zu gewinnen, sei dahingestellt. Wie weit gewisse Sympathien Emmys für den Nationalsozialismus eine Rolle beim abrupten Ende der Beziehung spielen, bleibt offen. Berührend ist das Schicksal der Verstoßenen allemal. Immerhin überlebte sie das Erlebnis um 51 Jahre.
Die Texte Brita Steinwendtners wurden eingefügt in die Uraufführung des Liederzyklus „Mit der Hoffnung heiligem Bemühen“ op. 60 der Salzburger Komponistin Eva Kriechbaum, die selbst den Klavierpart übernommen hatte. Lyrik von Marie Luise Kaschnitz, Else Lasker-Schüler und der vergleichsweise unbekannten Edith Ronsperger ist die Grundlage. Die Wienerin Edith Ronsperger (1880-1921) hat mit ihren romantischen, in sich musikalischen Versen auch Erich Wolfgang Korngold und Franz Schreker zu Liedern inspiriert. In die Zeit dieser Komponisten fühlt man sich bei Eva Kriechbaums farbiger Musik zurück versetzt. Ein mitunter auch an Richard Strauss erinnernder, oft saftig voller, oft gekonnt illustrierender Klaviersatz verbindet sich mit liebevoll in Töne gesetzten Worten, die von Eva Neumayr ansprechend interpretiert wurden. Die Komponistin, die ganz bewusst keine neue Tonsprache anstrebt, sieht sich „als Vermittlerin zwischen den Texten und dem Publikum“ – dies ist ihr gut gelungen. „Die einzige Aufgabe dieser Musik ist es, zu bewegen und der fortschreitenden Gefühlskälte unserer heutigen Zeit zu entgegen“, so schreibt sie weiter. Unbewegt hat wohl niemand diesen Abend verlassen.
Von Gottfried Franz Kasparek, DrehPunktKultur

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DrehPunktKultur-Salzburg:

Ensemble FEMUSICA, Foto Klaus Knopp



ANNA MARIA MOZART GESELLSCHAFT / PLATTFORM FÜR KOMPONISTINNEN

22/10/2010 „Maria Anna Mozart war wie zahlreiche andere Frauen ihrer Zeit eine begabte Musikerin. Auch sie hätte aufgrund ihrer Fähigkeiten nicht nur eine berühmte Musikerin, sondern auch eine professionelle Komponistin werden können, wäre eine solche berufliche Karriere im 18. Jh. für eine Frau möglich gewesen“, so Eva Neumayr, die Obfrau der Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft Salzburg.

Aus Anlass des 181. Todestages von Maria Anna (Nannerl) Mozart, die am 29. Oktober 1829 in Salzburg starb, veranstaltet die Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft Salzburg, gemeinsam mit dem Frauenbüro Salzburg, den Freunden des Mozarteumorchesters und mit der Koordinationsstelle für Gleichstellung und Gender Studies der Musik-Universität Mozarteum zwei Konzerte.
Bei der „Langen Nacht der Komponistinnen“ (27. Oktober, 19.30, Marmorsaal) stehen Werke von Dora Pejacevic, Rebecca Clarke, Felicitas Kukuck, Adriana Hölzsky, Barbara Strozzi, Fanny Hensel, Josephine Lang, Helga Riemann, Hildegard von Bingen oder Josepha Auernhammer auf dem Programm.
Am 29. Oktober (20 Uhr, Barockmuseum) spielt das Ensemble Femusica unter dem Titel "Komponistinnen - Töchter, Schülerinnen, Geliebte" Werke von Margarethe Danzi, Clara Schumann, Lili Boulanger oder Alma Mahler. Femusica wurde von der Geigerin Monika Kammerlander, Konzertmeisterin im Mozarteumorchester, der Pianistin Naoko Knopp, der Sopranistin Léla Wiche und der Cellistin Yvonne Timoianu gegründet. Ziel des Ensembles ist die Wiederentdeckung von in Vergessenheit geratenen Komponistinnen.
Elke Mascha-Blankenburg, Kirchenmusikerin und Dirigentin aus Köln, habe 1977 mit ihrem in der Frauenzeitschrift Emma veröffentlichten Artikel über „Vergessene Komponistinnen“ den Anstoß für Recherchen auf diesem Gebiet gegeben, so Neumayr. Seitdem widmeten sich zwar viele Wissenschaftlerinnen aus den Fachbereichen der Musikwissenschaft und Musiksoziologie den vergessenen Komponistinnen. „Aber trotz der vielfältigen Publikationen in den letzten Jahren hat kaum eines der wieder entdeckten Werke den Sprung in den Konzertsaal geschafft – geschweige denn, sich dort etablieren können“, so die Musikwissenschaftlerin und Musikerin Eva Neumayr.
Die Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft möchte sich mit ihren Konzerten nicht nur um Aufklärung bemühen, „was die Präsenz von schöpferisch tätigen Frauen in der Musikwelt der Vergangenheit betrifft“, sondern auch eine Plattform für zeitgenössische Komponistinnen sein. Die Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft wurde 2008 zu Ehren von Maria Anna Mozart (1751-1829), verheiratete Freifrau von Berchtold zu Sonnenburg, gegründet. (http://nannerl.net)

Kartenverkauf Salzburger Frauenbüro 80 72-2043, Information info@nannerl.net ,0680/2019054